Hingabe besteht in einpünktiger Aufmerksamkeit und benötigt nur eine Stütze

Hingabe ist kein Thema für das Schlussfolgern und nicht einmal für das Denken. Sie ist ein intuitives Gefühl der Liebe. Der Intellekt kann sie nicht begreifen. Sie hat eine starke und spontane magnetische Kraft, die jenseits der eigenen Kontrolle liegt, und welche einen zu einem sichtbaren oder auch unsichtbaren Objekt zieht.

Ein Ergebener muss Vertrauen haben. Fester Glaube ist eine Voraussetzung. Wenn dieser Glaube die Form des Vertrauens annimmt, verwandelt er sich in Hingabe, und schließlich gipfelt er in Liebe. Weltliche Reize oder Freuden interessieren so einen Ergebenen nicht. Nur die Liebe für den Herrn und eine starke Anziehung zu Ihm bleiben.

Um alle Wünsche nach den Dingen der Welt aus dem Gemüt zu entfernen und das Gemüt allein in die Richtung des Herrn zu drehen, gibt es Hingabe. Auf diese Weise werden all unsere Wünsche und all unsere Handlungen dem Herrn übergeben. Das Ego verschwindet automatisch, der Ergebene denkt, dass alles dem Herrn gehört, und dass er selbst auch zu Ihm gehört, und letztendlich geht er in Ihm auf.

Shankaracharya sagt:

O Herr, obwohl es keinen Unterschied gibt zwischen Dir und mir, bin ich doch Dein und Du bist nicht mein! Warum? Die Wellen erheben sich aus dem Ozean, aber der Ozean geht nicht aus den Wellen hervor.

Guru Nanak war zu einer Zeit in dem Vorratslager eines Königs beschäftigt und wog einmal etwas Korn auf einer Waage. Nachdem Er zwölf Male gewogen hatte und das dreizehnte (tera) Mal wog, rief Er:

Tera, Tera. (Neben der Zahl 13 bedeutet tera auch dein.)

Er war so in der Liebe des Herrn versunken, dass, sobald Er tera sagte, sich die Aufmerksamkeit Seines Gemüts sofort auf den Herrn zentrierte. Als Er damit fortfuhr zu wiegen, rief Er immer aus, anstatt zur nächsten Zahl und den nachfolgenden Zahlen überzugehen: Tera, Tera. – (Dein, dein.)

O Herr, ich bin Dein. Ich bin Dein, und das ist alles Dein.

Alle weltlichen Bindungen sind zerbrochen und nur die Stütze des Herrn bleibt für einen, der mit der Hingabe befasst ist – ohne irgendeinen Gedanken an sich selbst. Solang solche Hingabe auf niedere Wesen anstatt auf den Herrn gerichtet ist, ist es nicht die höchste Art. Aber sobald die Hingabe auf Gott allein gerichtet ist und keinen Raum für weltliche Dinge, Schlussfolgerung, Intellekt oder andere Stützen lässt, kommt instinktiv eine Stimme aus dem Gemüt des Einzelnen, welche die folgenden Worte ausspricht:

O Herr, Du bist die Stütze meines Lebens. Ich verneige mich vor Dir hunderte und tausende Male. Während des Sitzens, Gehens, Schlafens oder Wachseins denke ich nur an Dich. Du bist meine Stütze, meine Familie, meine Stärke, mein Reichtum und alles.

Adi Granth

Alle Bräuche, außer der Hingabe, nämlich, Karma – Aktionen –, Gyan – Wissen – und Yoga –Disziplin – werden mit irgendeiner Wirkung durchgeführt. Bei der Hingabe muss man nur die Stütze Gottes suchen. Solange wir von etwas anderem als Gott abhängig sind, wird der Tempel unseres Gemütes – der menschliche Körper – nicht geeignet für den Eintritt Gottes.

O Herz! Du solltest dein Haus verlassen, so dass es Raum geben wird, damit dein Herr eintritt; sonst wird Er woanders hingehen.

Adi Granth

Tulsi Das sagt:

Ich habe die Stütze durch nur Einen. Er ist meine Stärke, Er ist meine Hoffnung, und Er ist mein Vertrauen. Meinem Guru biete ich all meine Liebe, und ich bin ruhelos nach Seinen Lotusfüßen wie der (Chatrak) Regenvogel nach einem Tropfen Regen.

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Fußnote: