Guru Bhakti – Hingabe an den Meister

Wir haben Gott nicht gesehen. Wie können wir Ihn verehren oder Ihm unsere Hingabe entgegenbringen? Wen sollten wir unter diesen Umständen verehren? Wer ist das Wesen, in Dem sich Gott manifestiert hat, und Welches in der Lage ist, die richtigen Bedingungen für die Hingabe zu schaffen und uns zu helfen, unsere Liebe zu Ihm zu vermehren? Solch ein Mensch ist kein anderer als ein Wahrer Meister. In Ihm ist der Funke der Wahrheit. Er ist ein lebendiges Beispiel für die Schönheit der Wahrheit und Spiritualität und ist in der Lage, Seine Schüler auf dem richtigen Pfad zu führen, indem Er ihre Gemüter in die richtige Richtung zieht.

Die beste und höchste Methode Gott zu begegnen ist, den Meister zu lieben und zu Seinen Lotusfüßen zu verbleiben. Dies ist die erste Stufe der Leiter zur Gott-Verwirklichung. Hingabe an den Meister ist, Ihn zu lieben. Es geht darum, nach Seinen Geboten und Anweisungen zu leben – sowohl physisch als auch geistig. In anderen Worten: Man sollte sein Herz seinem Meister hingeben.

Es ist grundlegend, dass wir unser Herz unserem Meister geben, denn, wenn man sein Herz hingibt, gibt man automatisch seinen ganzen Körper und legt sein ganzes Leben in die Hände des Meisters. Wenn unser Leben und unser Körper nicht unser sind, weil sie an den Meister übergeben wurden, wo sind dann unsere religiösen Überzeugungen? Auch sie sind alle im Meister aufgegangen. Dieser Körper, dieses Gemüt und dieses Leben – und sogar unsere Religion, alle binden sie uns an diese Welt. Sobald sie zu den Lotusfüßen des Meisters übergeben werden, werden wir losgelöst und werden nicht wiedergeboren. Dann steht dem Fortschritt der Seele zur Gottverwirklichung nichts mehr im Wege, und unser Herumrennen in dieser Welt ist beendet. Dies ist nur ein kleiner Bruchteil der Vorzüge, die sich aus der Hingabe an den Meister ergeben. Eigentlich sind die Vorteile so groß und so zahlreich, dass sie jenseits einer Beschreibung liegen.

Hingabe besteht darin, die Form des Meisters in unserem Herzen zu verankern. Diese Hingabe sollte ähnlich der des Chakors – Mond-Vogel – für den Mond sein. Dann wird die Liebe im Herzen des Schülers geweckt. Solange die Liebe nicht von dieser Art ist, sollte die Anstrengung, Bedingungen für eine solche Liebe zu schaffen, fortgesetzt werden. Sobald Hingabe dieser hohen Art in einem menschlichen Herzen etabliert wird, beginnt die Seele automatisch nach oben zu steigen und ist in der Lage, den Tonstrom zu ergreifen.

Diejenigen, die versuchen, dem Tonstrom zu lauschen, ohne Wahre Hingabe für ihren Meister zu haben, sind unwissend. Denn man lauscht dem Tonstrom nur durch die Gnade und Barmherzigkeit eines Wahren Meisters. Die magnetische Kraft Seiner Liebe und unsere Hingabe ziehen die Seele in höhere Regionen.

Soami Ji sagt:

Wenn ein Mensch versucht, der Praxis des Lauschens auf Shabd Dhun (Tonstrom) ohne Hingabe an den Meister zu folgen, ist er unwissend, denn Shabd wird nur durch die Gnade des Meisters gehört werden, und es ist der Meister allein, Welcher die Seelen nach oben ziehen wird.

Ein Gurumukh ist ein Mensch, welcher ein Wahrer Ergebener seines Gurus ist. Indem man ein Gurumukh ist, ist man in der Lage, das Portal für die Seele zu öffnen, um sich in die höheren Regionen zu erheben.

Hingabe an den Meister ist das Fundament aller Übungen. Die anderen Methoden sind alles Zweige, die von ihr ausgehen. Liebe für den Meister ist ein einzigartiger Schatz. Es ist unmöglich, diesen Zustand der Hingabe schwarz auf weiß zu beschreiben.

Die Liebe einer Mutter für ihr Kind ist jenseits der menschlichen Beschreibung. Sie bindet die beiden zusammen und es gibt keine Kraft, die sie brechen kann. Aber die Liebe für den Meister ist weit über der Liebe einer Mutter für ihr Kind.

Ein Liebender liebt seinen Geliebten sehr. Ein Schein von Glückseligkeit erhellt sein Gesicht, sobald er seinen Geliebten sieht. Aber der Meister hat eine einzigartige Spirituelle Schönheit und magnetische Anziehungskraft. Seine Form strahlt Tausende von glückseligen Strömen der Anziehung aus, welche den Körper und das Gemüt beleben.

Selbst wenn man des Meisters Gesicht zu jeder Zeit sehen würde, oder für Hunderte Male und mit Hunderten von Augen, würde das Gemüt nie satt werden, weil jedes Mal, wenn dieses Gesicht gesehen wird, es mit einem neuen Licht und einer größeren Ausstrahlung betrachtet wird.

So wie der Schaumwein in einem Weinglas das Gemüt eines Trinkers erfreut, gibt die Hingabe an den Meister dem Ergebenen eines Gurus auf ähnliche Weise körperliche Kraft und geistige Glückseligkeit, wenn er die wunderschönen Augen seines Meisters erblickt.

Ein Fisch kann nicht ohne Wasser leben, weil er ohne es stirbt, während er nach Wasser lechzt. Ähnlich wird ein Gurumukh durch Spirituelle Energie erhalten als Folge des tiefen Eintauchens in den Ozean der Liebe für den Guru. Für ihn ist die Nähe zum Guru der Himmel, und vom Guru fern zu sein, lässt ihn in den Feuern der Hölle brennen.

Ein Papiha – Regenvogel – liebt Regentropfen, und wird kein anderes Wasser trinken. Ebenso wird ein Wahrer Ergebener nicht mit demselben Maß an Liebe zu irgendeinem anderen Menschen als seinem eigenen Guru schauen, denn sein Guru ist der Halt seines Lebens, und der Schüler wird keinen anderen Halt akzeptieren.

Liebe für den Meister ist süß und magnetisch und ist in der Lage, dem Schüler Glückseligkeit zu bringen. Beim Anblick des Gurus gibt es eine unbeschreibliche Verzückung, die spontan ist und jede Pore des Körpers durchdringt. Selbst wenn man einen kleinen Vorgeschmack von diesem verzückten Zustand erhält, ist die Seele von der Liebe des Meisters durchdrungen.

Des Gurus Simran – Erinnerung oder Wiederholung –, Dhyan – Ihn innerlich oder äußerlich zu schauen – und dem Shabd – Tonstrom – zu lauschen, wie vom Guru angewiesen, sind die drei wirksamen Übungen, um das Gemüt zu reinigen.

Es ist wahr, dass die Liebe nicht erwacht, es sei denn, da ist Wahre Schönheit im Geliebten. Die Bulbul – Nachtigall – wird sich ständig in der Nähe von duftenden Blumen aufhalten, aber sie wird sich nie in die Nähe von Kunst- oder Papierblumen begeben. Die Spirituelle Schönheit des Gurus zieht Tausende von Seelen an, indem sie Liebe in ihnen erweckt, und bringt sie jenseits der Begrenzungen von Geburt und Tod.

Der Satguru ist unbeschreiblich. Wir armen Seelen sind nicht würdig, Ihn anzubeten. Selbst die Götter und Göttinnen sind nicht in der Lage, Ihn zu begreifen. Nur diejenigen, welche die Gnade des Herrn erhalten, sind in der Lage, Ihn zu erkennen.

Wir können Hingabe nur jemandem entgegenbringen, der uns selbst überlegen ist, und wir können seine Eigenschaften nur in dem Ausmaß unserer Liebe für und unseres Vertrauens in ihn aufnehmen. Ein Meister ist voll von Spirituellen Eigenschaften und Kräften, und wir werden Seine Spirituellen Eigenschaften und Kräfte in dem Ausmaß unserer Liebe und Hingabe zu Ihm aufnehmen.

Wenn wir jemanden lieben, nehmen wir seine Eigenschaften auf und werden wie er. In Übereinstimmung mit diesem Prinzip werden wir, wenn wir unseren Meister verehren, all Seine Eigenschaften aufnehmen, und wir werden wie Er. Die Schönheit des Geliebten tritt immer in das Leben und den Körper des Liebenden ein.

Alles übt einen gewissen Einfluss in seiner unmittelbaren Umgebung aus. Eine Glühbirne wird ihr Licht bis zu einem gewissen Maß verbreiten. Ebenso wird Feuer seine Wärme in einem bestimmten Bereich verbreiten. Wasser in Behältern oder Becken hat die Auswirkung, die Dinge in seinem eigenen Bereich abzukühlen. In der gleichen Weise breitet jedes bewusste Wesen – Chetan Purush – seinen Einfluss in einem bestimmten Bereich aus. Spirituelle Strömungen, die von Ihm ausgehen, werden die Menschen beeinflussen, die in Verbindung mit ihnen kommen. Dies ist als die persönliche Aura bekannt. Wer auch immer in die Nähe kommt, wird definitiv beeinflusst.

Wir erhalten Wärme, wenn wir in der Nähe eines Feuers sitzen und Kälte, wenn wir in die Nähe von Eis gehen. Auf die gleiche Art und Weise werden, wenn wir in der Nähe einer hoch entwickelten Seele sitzen, ihre Spirituellen Strahlen gewiss ihren Einfluss auf uns ausüben. Es gibt jedoch eine wichtige Bedingung, und zwar dass wir nach dem Grad unserer Liebe für, dem Vertrauen in und die Hingabe an sie begünstigt werden.

So wie das Wasser nicht in einen Stein eindringen kann, auch wenn der Stein für eine lange Zeit darin eingetaucht ist, sind ähnlich jene, welche ohne Hingabe sind, so undurchdringlich wie der Stein.

Adi Granth

Ein Mensch besteht aus dem physischen Körper, Gemüt und Seele, und die Hingabe wird mit Hilfe aller drei erbracht. 

Der physische Körper besteht aus fünf groben Elementen:

  1. Äther,
  2. Luft,
  3. Feuer,
  4. Wasser und
  5. Erde.

Die feineren Elemente der Sinne werden von diesen abgeleitet und bestehen aus:

  1. Hören,
  2. Tasten oder Fühlen,
  3. Sehen,
  4. Schmecken und
  5. Riechen.

Wenn wir in der Nähe des Meisters sitzen und Seinen Wortem mit unseren Ohren oder der Fähigkeit des Hörens lauschen, ist dies als Shabd Bhakti – Ton oder hörende Hingabe – bekannt.

Wenn wir die Füße des Meisters mit unseren Händen berühren, wird es Sparsh Bhakti oder Hingabe durch Berührung genannt.

Wenn wir uns vor Ihm verneigen und der Meister legt Seine Hände auf unseren Kopf oder umarmt uns, wird dies auch Berührungs-Hingabe genannt.

Wenn wir den Meister ansehen, ohne zu blinzeln und beständig auf Ihn blicken, ist dies als Rup – Form – Hingabe bekannt.

Mit unserer Zunge wiederholen wir Seine Namen, und essen auch Parshad, welches von Ihm in Seiner Gnade gewährt wird. Dies ist als Geschmacks-Hingabe bekannt.

Den süßen Duft aus den Spirituellen Strömen, die von dem Körper eines Meisters ausstrahlen, aufzunehmen, ist als Geruchs-Hingabe bekannt.

Es gibt eine andere Art von sinnlicher Hingabe, die allgemein als Pashu Bhakti – Hingabe durch die gröberen Sinne – bekannt ist. Diese wird nur von denjenigen durchgeführt, die noch tierische Wünsche hegen. Solche Leute haben noch nicht vivek – Unterscheidung – entwickelt. Sie sind voll von Engstirnigkeit und religiöser Bigotterie, die ihnen ziemlich viel Schwierigkeiten und Schmerzen verursachen. Die Mehrheit der Menschen in dieser Welt sind von diesem Typ. Sie sind tief in persönliche Meinungsverschiedenheiten und Streitereien vertieft, und damit beschäftigt Fälle vor Gericht durchzufechten.

Einige dieser Leute sind als guru pashu bekannt, das heißt es fehlt ihnen an Unterscheidung und sie klammern sich hartnäckig an ihren Glauben. Andere sind als admi pashu bekannt. Wieder andere sind als aurat pashu bekannt. Sie sind engstirnig und dogmatisch in ihren Ansichten und Überzeugungen.

Solche Leute nehmen die wirklich edlen Eindrücke und Qualitäten ihres Gurus nicht auf.

Wenn ein Krug verkehrt herum gehalten wird, wird das Regenwasser niemals hineinkommen. Solche Menschen gelangen manchmal unter den Einfluss ihrer eigenen Überzeugung und handeln sogar gegen die Anweisungen oder Wünsche ihres Meisters. Dies verursacht ihnen Schwierigkeiten und ist auch schmerzvoll für ihren Meister. Echte Hingabe wird mit Unterscheidung ausgeführt.

Kabir sagt:

Alle Menschen in der Welt sind entweder blinde Anhänger eines Gurus – Meister, Führer oder Lehrer –, oder von Männern oder von Frauen oder von Religionen. Aber ein Mensch im richtigen Sinne des Wortes ist der, welcher Unterscheidung und Umsicht in allen Angelegenheiten ausübt.

Die zweite Art von Hingabe ist geistige Hingabe. Das Herz eines Menschen – Antahkaran – hat vier verschiedene Attribute: Chit, Manas, Buddhi und Ahankar.

  1. Chit wird dazu gebraucht, die Worte des Meisters zu empfangen.

  2. Man nimmt diese Worte an.

  3. Buddhi verwendet die Unterscheidung beim Verstehen und Gebrauchmachen dieser Worte.

  4. Ahankar ist die Eigenschaft der Entschlossenheit im Befolgen der Worte oder Anweisungen.

Diese Übung ist bekannt als geistige Hingabe an den Meister, und sie kann nur durch die Konzentration des Geistes erreicht werden. Die Ohren, die Augen und die Zunge sind kontrolliert und konzentriert, und die Verbindung mit Naam und dem Meister wird hergestellt.

Dies wird mit Hilfe von drei Übungen durchgeführt, welche als Simran – Wiederholung oder Erinnerung –, Dhyan – Kontemplation über die Form des Meisters – und Bhajan – Lauschen auf den Tonstrom – bekannt sind.

Diese Übungen müssen sowohl äußerlich als auch innerlich durchgeführt werden. Äußerlich üben wir den Simran des Meisters zu jeder Zeit aus, sehen des Meisters Form und kontemplieren über sie und lauschen den Anweisungen und Vorträgen des Meisters. Durch diese drei äußerlichen Übungen, wird sich die Liebe für den Meister vermehren, wir werden in der Lage sein, dem Meister – im Innern – nahe zu kommen, und wir werden fähig sein, unsere Aufmerksamkeit im Innern zu konzentrieren. Die Spirituellen Kräfte des Meisters werden in unser Gemüt eindringen und uns befähigen, unsere Kontemplation beständig zu machen. Dann wird unsere Seele in der Lage sein, den Tonstrom zu ergreifen und aufzusteigen. Zum Zeitpunkt der Initiation vermittelt ein Meister Seinen Schülern die kompletten Einzelheiten dieser drei Übungen und gewährt eine Erst-Hand-Erfahrung vom Licht Gottes und dem Ton Gottes.

Ton, Berührung, Form (Sehen), Geschmack und Geruch sind die fünf Arten von vorläufiger Hingabe einer niedrigeren Ordnung. Danach sind Simran – Wiederholung oder Erinnerung –, Dhyan – Kontemplation – und Bhajan – Lauschen auf den Tonstrom – sowohl äußerlich als auch innerlich, die drei nächst höheren Arten der Hingabe.

Die erste Stufe der Hingabe ist einfach und grobstofflich. Die zweite ist feiner, und das Ziel ist es, über die Form des Meisters im Innern zu kontemplieren. In dieser Kategorie gibt es acht verschiedene Arten von Hingabe.

Mahatma Charan Das beschreibt die Qualitäten solcher Hingabe im folgenden Vers:

Du sollst Simran ausüben, Sein Lob singen, kontemplieren und verehren. Du sollst Liebe für den Herrn in Deinem Gemüt haben, und deine Seele zu Seinen Füßen platzieren. Du sollst demütig sein und den Gurumukhs, Sadhus und Sants dienen, und auch in Ihrer Gemeinschaft verbleiben. Es ist gut, Ihnen zu dienen. Gebe dein eigenes Selbst hin mit Vertrauen und Beständigkeit, und nimm in dein Gemüt Vergebung, Mäßigung, Zufriedenheit und Barmherzigkeit auf.

Erinnere dich deines Meisters, beuge dich vor Ihm, kontempliere über Ihn und verehre Ihn. Liebe den Herrn, und platziere deine Seele zu Seinen Füßen.

Ton, Berührung, Form (Sehen), Geschmack und Geruch sind die fünf Arten von vorausgehender Hingabe einer niedrigeren Ordnung. Danach sind Simran – Wiederholung oder Erinnerung –, Dhyan – Kontemplation – und Bhajan – Lauschen auf den Tonstrom – sowohl äußerlich als auch innerlich, die drei nächst höheren Arten der Hingabe.

Die erste Stufe der Hingabe ist einfach und grobstofflich. Die zweite ist feiner, und das Ziel ist es, über die Form des Meisters im Innern zu kontemplieren. In dieser Kategorie gibt es acht verschiedene Arten von Hingabe.

Mahatma Charan Das beschreibt die Qualitäten solcher Hingabe im folgenden Vers:

Du solltest Simran ausüben, Sein Lob singen, kontemplieren und verehren. Du solltest Liebe für den Herrn in deinem Gemüt haben, und deine Seele zu Seinen Füßen platzieren. Du solltest demütig sein und den Gurumukhs, Sadhus und Sants dienen, und auch in Ihrer Gemeinschaft verbleiben. Es ist gut, Ihnen zu dienen. Gib dein eigenes Selbst hin mit Vertrauen und Beständigkeit, und nimm in dein Gemüt Vergebung, Mäßigung, Zufriedenheit und Barmherzigkeit auf.

Erinnere dich deines Meisters, beuge dich vor Ihm, kontempliere über Ihn und verehre Ihn. Liebe den Herrn, und platziere deine Seele zu Seinen Füßen.

Als nächstes kommt die Spirituelle Hingabe. Diese besteht darin, dass sich die Seele mittels Konzentration an ihrem Zentrum – dem Sitz der Seele im Körper – mit Naam verbindet und darin, glückselig in dem Genuss von Naam zu verbleiben. Dies ist als Naam Bhakti bekannt. Durch diese Methode erhebt sich die Seele über die physischen und mentalen Ebenen und geht in feinere Regionen.

In der Alltagssprache werden Simran, Dhyan und Bhajan als drei Arten der Hingabe betrachtet; aber eigentlich sind sie eins, innerlich praktiziert.

Für Hingabe ist es notwendig, dass die Seele, der Körper und der Geist gleichzeitig agieren sollten. Wenn einer sein Herz verschenkt hat, hat er gewissermaßen alles gegeben – sein Körper, sein Leben und alles andere ist dem Objekt seiner Liebe gewidmet. Die Bindung des Herzens ist echte Hingabe, welche in anderen Worten nichts als intensive Liebe ist. Wenn du dein Herz an den Meister bindest, ist das als Guru Bhakti bekannt. Das Wort Bhakti – Hingabe – ist von dem Sanskrit-Wort Bhaj abgeleitet, was ‚Dienst‘ bedeutet. Also, Dienst am Meister ist auch Guru Bhakti.

O Bruder! Sei der Demütigste der Demütigen. Guru Bhakti, was Dienst am Meister bedeutet, wird nur von sehr wenigen erreicht.

Adi Granth

Die Leute sagen, dass sie an Gott glauben, dass sie Ihn verehren und Ihn auch lieben. Wir können glauben, dass sie Vertrauen in Gott haben, und dass sie Ihn auch verehren, aber es ist nicht für jeden möglich, Ihn zu lieben. Wahre und intensive Liebe kann nur durch einen anderen Menschen erlebt werden. Zum Beispiel beobachten wir, dass ein Mann seine Frau liebt, aber wenn sie stirbt und ihn dann in ihrem Astralkörper besucht, wird er schreien, dass es ein Geist ist und sie nicht sehen wollen. Der Grund ist ganz klar. Sie ist nicht mehr aus denselben Elementen zusammengesetzt und ist nun in ihrer Astralform, während er in der physischen oder grobstofflichen Form ist.

Ebenso ist Gott unsichtbar und unerreichbar, und der Mensch ist immer noch in seiner grobstofflichen physischen Form. So braucht ein Mensch zuerst einen Meister in der physischen Form, Welcher es ihm ermöglichen wird, sich aus dem physischen Körper zu erheben – täglich zu sterben –, ihn feinstofflicher zu machen – reiner Geist –, und ihn somit zu befähigen, den Herrn zu lieben.

Guru Amar Das sagt:

Hingabe ist nicht möglich, noch wird Glückseligkeit erreicht ohne Liebe. Nur durch die Hingabe an den Meister erhält das Gemüt Mut und ein Mensch erlangt den Reichtum der Liebe.

Hingabe an den Meister ist ein Schritt hin zu Wahrer Hingabe an Gott. Man könnte wohl sagen, dass Gott Seine Schönheit und Sein Bewusstsein den Menschen durch Seinen Göttlichen Willen offenbaren kann. Wahrlich, das ist möglich; aber so lange ein Mensch sich nicht erhebt und (mindestens) astrales Bewusstsein erreicht, wird er nicht in der Lage sein, die Schönheit, die Kraft und das Licht des Herrn in sich selbst zu erfassen oder zu erkennen. Wenn sich der Herr einem Menschen, welcher nicht auf diese Weise vorbereitet war, offenbaren würde, wäre dieser Mensch von Ehrfurcht überwältigt.

Die Hindus glauben an zehn Inkarnationen von Gott:

  1. Machh,
  2. Kachhp,
  3. Vrah,
  4. Nrsinh,
  5. Vaman,
  6. Parshuram,
  7. Rama,
  8. Krishna,
  9. Buddha und
  10. Kalik.

All diese Inkarnationen sind von Gott Vishnu, aber die Hingabe an und die Verehrung von diesen zehn Inkarnationen sind nur auf Rama, Krishna und Buddha beschränkt, weil sie als Menschen inkarnierten. Hunderte von Tempeln wurden zu ihrer Erinnerung erbaut. Die anderen sieben Inkarnationen werden nirgendwo verehrt.

Ähnlich gibt es unter den Jains nur eine Inkarnation, Tirthankar genannt. Auch die Christen verehren nur eine Inkarnation, mit dem Namen Christus. Unter den Muslimen wird gesagt, dass der Herr einen Menschen geschaffen hat und sogar den Engeln befahl, sich vor ihm zu verbeugen und ihn zu verehren. Die Verehrung eines Menschen in der Form des Meisters wird auch von den Sufis beschrieben. Der Mensch ist der Repräsentant Gottes.

Die Hindus glauben, dass ein Mensch ohne einen Guru – Meister – niemals die Erlösung erlangen kann. Mohammedaner der sunnitischen Sekte glauben auch, dass es keine Erlösung ohne einen Meister gibt.

Maulana Rumi sagt:

Wenn du die Person des Meisters akzeptiert hast, sind in Seiner Person Gott und der Prophet enthalten.

Wieder sagt Er:

Die Wahre Moschee befindet sich in den geliebten und edlen Seelen Gottes. Das ist der wahre und wirkliche Ort, um Gott zu verehren. Die aus Wasser, Erde und Stein erbaute Moschee ist für die spirituell unwissenden Menschen, deren Innere Augen nicht geöffnet sind. Die Moschee des Liebenden Gottes liegt im Herzen. Es sind nur die unwissenden Menschen, welche an anderer Stelle anbeten. Die Geliebten des Herrn erinnern sich an Ihn, indem sie ihre Gemüter und ihre Herzen reinigen.

Kabir Sahib brachte diese Idee in einer etwas anderen Sprache zum Ausdruck, indem Er sagte:

Mein Gemüt ist ein Vogel geworden und ist in den Himmel oben geflogen. Es fand den Himmel leer, da Er immer in den Herzen Seiner Heiligen ist.

Wir sollten diese Sache mit einem ruhigen und klaren Gemüt betrachten. Das bedeutet, wahre und intensive Liebe kann nur für jemanden der eigenen Art entwickelt werden. Dies ist eine erwiesene Tatsache und kann nicht geändert werden. Wenn Gott die Liebe und Verehrung der Menschen anzunehmen wünscht, kommt Er in der Form eines Menschen. In Wirklichkeit bedeutet Khuda – ein persischer Name Gottes – ‚Einer, der selbst kommt.‘ Khud bedeutet ‚selbst‘ und a bedeutet ‚kommen‘.

Es wird natürlich die Frage aufkommen, ob Hingabe an einen Guru oder Meister eher die Verehrung eines endlichen Wesens ist, als die des Unendlichen Wesens, welches die alles durchdringende Kraft ist. Wenn man im Meer baden möchte, so wird man es nur am Meeresufer tun. Der Guru ist wie das Ufer von einem Ozean der unendlichen Spiritualität, wo man das Bad der Erlösung nehmen kann.

Unserem begrenzten Verstand mag der Meister endlich erscheinen. Tatsächlich ist Er unendlich. Er ist das Mittel, um Gottverwirklichung zu erlangen. Er ist das Mittel, um uns von den physischen zu den astralen, von den astralen zu den kausalen Ebene zu nehmen, und sogar noch weiter hoch – Schritt für Schritt – zu der Unbegrenzten Kraft – Gott – oben, durch Seine Anweisungen und Diskurse.

Wenn einer behaupten würde, dass er die Form Gottes, Welche allgegenwärtig ist, anbetet und darüber kontempliert, kann gesagt werden, dass er am meisten über die Form eines luftleeren Raumes oder des Äthers kontempliert. Außerdem ist sie für unseren Sehsinn nicht sichtbar, und sie wird nicht hilfreich dabei sein, die Ströme der Spiritualität in uns zu erwecken.

Gott ist alles durchdringend. Ein Dieb stiehlt, aber der alles durchdringende Herr hält ihn nicht von dieser üblen Tat ab. Die Bewusste Kraft, die einen davon abhält, solche Handlungen zu vollbringen, ist die des Meisters. Er lehrt, führt und hilft. Gott ist allgegenwärtig, wie Elektrizität; aber Elektrizität kann uns nicht helfen, wenn wir nicht eine Verbindung mit ihr durch einen begrenzten Schalter herstellen und uns so mit der Quelle der Elektrizität verbinden. Sobald die Verbindung hergestellt ist, erscheint Licht und sogar Maschinen und Fabriken werden durch diese Kraft betrieben.

Die Beziehung zwischen Lebewesen derselben Art hat ziemlich viel Kraft in dieser Welt, um Liebe und Anziehung zu schaffen. Wir befinden uns auf der physischen Ebene, und wir können nur jemanden lieben, der auch auf dieser physischen Ebene ist. Wir sind Menschen und wir sollten nur einen Menschen lieben. Wir haben den Herrn nicht gesehen. Wie können wir Ihm unsere Liebe antragen? In anderen Worten, es ist klar, dass wir, um den Herrn zu lieben, Ihn durch eine Seiner Manifestationen lieben müssen. Solch ein Mensch ist der Guru – Meister.

Ein Meister hat zwei Formen. Äußerlich ist Er ein Mensch; aber innerlich ist Er in der Tat Gott. Er befindet sich in der Form eines Menschen im Äußeren; aber Er ist Gott-im-Menschen oder Gott-plus-Mensch. Auf der einen Seite hat er eine Verbindung zu den Menschen, und auf der anderen zum Herrn. Aus dieser Sicht hat Er zwei Aspekte. Einer ist der eines Menschen, und der andere ist der von Gott. Seine wirkliche Form ist Shabd. Shabd erschafft den physischen Körper und weilt in Ihm.

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.

Johannes 1:14

Ein Meister ist das Mittel, durch welches die Individuen mit Gott verbunden werden. In anderen Worten, Paramatma – Gott –, Shabd – Tonstrom oder Wort – und Guru – Meister – sind drei verschiedene Formen desselben Herrn. Wenn wir Hingabe an Shabd in der physischen Form, welche der Guru ist, aufbringen, werden wir sofort mit dem Herrn im Innern verbunden. Hingabe an den Guru ist in der Tat Wahre Hingabe an den Herrn.

Wenn wir das gesamte Universum studierten, würden wir sehen, dass der Mensch an der Spitze der Schöpfung steht.

Das gesamte Universum ist dein Diener, und du bist der Herr dieser Erde.

Adi Granth

Die Menschen sind mit der Gabe der Intelligenz und des Unterscheidungssinnes in einem weit größeren Umfang ausgestattet als all die anderen Wesen auf dieser Welt. Alle anderen Wesen sind daher unserer Hingabe nicht wert. Hingabe an sie würde uns sogar nach unten ziehen.

Es stellt sich die Frage, warum ein Mensch einen anderen Menschen verehren sollte? Die Antwort ist, dass es einen großen Unterschied zwischen dem einem und dem anderen Menschen gibt. Ein Guru hat die Form eines Menschen angenommen, aber Er ist kein gewöhnlicher Mensch. Innerlich steht Er immer in Bewusster Verbindung mit Gott.

Es gibt keine andere Methode, um Spirituellen Fortschritt zu erlangen, außer durch die Hingabe an einen Guru. Ohne Hingabe an den Guru sind alle anderen Handlungen oder religiösen Praktiken fruchtlos. So wie man nicht reich werden kann, indem man Reichtum in seinen Träumen sammelt, ähnlich tragen die eigenen Handlungen ohne Hingabe an den Guru keine Früchte.

Hindus, Moslems, Christen, Jains – niemand kann Ewige Glückseligkeit und Seelenfrieden ohne Hingabe an einen Guru erreichen. Wenn man daher sein Leben opferte, um Hingabe an einen Guru zu erlangen, sollte dies als ein günstiges Schnäppchen betrachtet werden, denn das ist die einzige Methode, um dem Herrn zu begegnen.

Alle religiösen Schriften und Heiligen haben Nachdruck auf die Notwendigkeit der Hingabe an einen Meister gelegt, und erhalten aufrecht, dass dies ein Schritt in Richtung Begegnung mit dem Herrn ist. Aber Hingabe muss standhaft sein. Dann werden andere Übungen nutzbringend sein. Alle anderen Übungen sind nutzlos ohne Hingabe an den Guru.

Die hinduistischen Upanishaden haben ebenfalls die Wichtigkeit der Verehrung des Gurus beschrieben:

Er allein trifft den Herrn, der in seinem Gemüt die Höchste Form der Hingabe geschaffen hat, und eine solche Hingabe sollte von der gleichen Intensität für den Guru sein, wie sie es für den Herrn ist.

Eigentlich ist es nicht leicht, einem Meister zu begegnen.

Kabir sagt:

Betrachte es als ein günstiges Schnäppchen, wenn Du in der Lage bist, einem Meister zu begegnen, auch wenn du dein eigenes Leben dafür opferst.

Wie der Herr hat ein Meister einen endlichen und einen unendlichen Aspekt, und es ist durch die Hingabe allein, dass wir in der Lage sind, Ihn in beiden diesen Aspekten zu sehen. Wir können die Form des Meisters durch die Augen unserer Hingabe sehen. Dann werden wir sehen, dass das Licht Seiner Augen über das gesamte Universum verbreitet ist.

Ein Meister mag mit einem Ozean verglichen werden, und ein Schüler mit einem kleinen Fluss, der in Ihn fließt und sich selbst im Ozean auflöst. Somit verliert der Schüler völlig seine Identität in der Ozean-gleichen Spiritualität seines Meisters.

Bhai Gur Das sagt:

Ein Schüler sollte ganz mit seinem Guru verschmelzen, wie ein toter Körper in ein Grab geht.

Im Granth Sahib finden wir auch die Erklärung:

Gehe im Guru auf. Das bedeutet, dass man seine eigenen Identität vergessen muss und Eins mit dem Guru werden muss.

Muin-ud-din Chishti sagt:

Nichts kann in mir enthalten sein, außer meinem Guru, so wie niemand sonst den Palast eines Königs betreten kann.

Solange wir unsere Hingabe an die physische Form des Meisters nicht vervollkommnen, werden wir nicht in der Lage sein, dem Shabd zu lauschen, noch werden wir in der Lage sein, dem Herrn zu begegnen.

Durch die Hingabe an den Guru sind wir in der Lage, die weltlichen Verhaftungen loszuwerden. Die groben Verhaftungen können nur durch Guru Bhakti – Hingabe an den Meister – durchtrennt werden und die feineren Verhaftungen des Gemütes werden durch Naam Bhakti – Hingabe an Naam oder Shabd – veredelt. Naam Bhakti kann von niemandem außer einem Guru erhalten werden. Solange wir keinen Guru treffen, können wir Naam nicht erhalten; und solange wir Naam nicht erhalten, können die Bindungen oder Stricke, die unser Gemüt an die Welt binden, nicht zerschnitten werden.

Christus beschreibt Guru Bhakti in den folgenden Worten, indem Er ein Beispiel gibt:

Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe.

Johannes 15:4,5,9

So wie ein Zweig, wenn er auf einen Baum gepfropft wird, eins wird mit dem Baum, und das Leben und die Energie des Baumes ein Teil des Zweiges wird – auf die gleiche Weise sind diejenigen, welche sich selbst mit dem Herrn verbunden haben, vollkommen Eins mit Ihm. In anderen Worten, ein Zweig, der nicht auf einen Baum gepfropft wurde, ist getrennt von dem Baum. Dementsprechend sind wir, wenn wir nicht mit dem Guru verbunden sind, von Ihm getrennt. Wir sollten uns daher auf einen Guru – Gottmenschen – ‚aufpfropfen‘, und das Ergebnis wird sein, dass alle Eigenschaften Gottes in uns manifestiert sein werden.

Ein Gurumukh ist ein Ergebener des Herrn – durch Hingabe an seinen Guru. Solch ein Ergebener gibt sich seinem Guru vollkommen hin und wird Eins mit Ihm in genau der gleichen Art und Weise wie Wasser in Wasser aufgeht. Er ist in keiner Weise getrennt.

Innerlich wird der Ergebene auf den Guru ‚gepfropft‘, und wird auf diese Weise frei von Tod und Angst. Der Guru ist Amrit – lebenspendendes Elixier – und ein Mensch, der in Amrit versunken ist, kann niemals den Tod fürchten.

Guru und Gott sind zwei verschiedene Wesenheiten, aber ihre Gottheit ist Eins. Ebenso scheinen der Guru und Sein Ergebener zwei unterschiedliche Menschen zu sein, aber sie haben eine Seele; das heißt, ihre Seelen sind Eins, und wenn ein Ergebener spricht, ist es nicht er, sondern der Guru, welcher spricht. Seine Augen zeigen den Funken des Gurus Licht. Der Guru ist immer Eins mit ihm.

Shamas-i-Tabrez beschreibt sehr treffend das Einssein des Gurus und Seiner Ergebenen in den folgenden Worten:

Ich bin Du. Du bist Ich. Ich bin der Körper; du bist das Leben. So kann niemand sagen, dass ich von dir verschieden bin.

Kabir Sahib äußerte dieselbe Wahrheit:

Als ‚Ich‘ war, war der Guru nicht. Jetzt ist der Guru, ich bin nicht. Die Spur der Liebe ist so schmal, dass sie nicht zwei umfassen kann.

Paulus drückte seine Vorstellungen vom Einssein des Ergebenen und des Meisters auch so aus:

Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.

Galater 2:20

Hafiz sprach in ähnlicher Form:

Mein Herz wurde so erfüllt von meinem Geliebten (Meister), dass ich jeden Gedanken in meinem Gemüt an mein eigenes Selbst verloren habe.

Er bricht an dieser Stelle nicht ab und fährt fort:

Jede Zelle meines Körpers wurde von meinem Geliebten (Meister) eingenommen. Mein Zustand ist der, dass ich wirklich nicht existiere, denn alles ist Er, Er und Er.

Hingabe an den Meister ist intensive Liebe für Ihn. Wenn wir jemanden lieben, dienen wir ihm. Wir sind bereit, alles für ihn zu opfern. Liebe kennt keine Bürde und keinen Zwang. Ein Ergebener gibt alles seinem Geliebten zuliebe hin – seinen Körper, seinen Wohlstand, sein Gemüt und seine Seele; in der Tat wird alles auf den Altar des Meisters übergeben. Dem Guru zu dienen bedeutet, Ihm ergeben zu sein.

Der Meister ist auch gleichermaßen um seine Schüler besorgt. Er wünscht, dass der Schüler Fortschritt in jeder Hinsicht macht. Manchmal ist Er über Seinen Schüler zu seinen Gunsten erzürnt, aber das Herz, von dem dieser scheinbare Zorn ausgeht, enthält eine nie versiegende Quelle der Liebe für den Schüler. Die Wörter mögen harsch erscheinen, aber sie sind mit Liebe erfüllt. Und aus diesem Grund empfindet ein Ergebener selbst diese harschen Worte als süß. Ein Zeichen von Guru Bhakti ist, dass wann immer ein Guru eine harsche Sprache verwendet oder erzürnt ist, der Schüler sie als süß nimmt und nicht beleidigt ist. 

Ein Ergebener hat die größte Liebe für seinen Meister. Er lebt und ist glücklich im Darshan – Anblick – seines Gurus. Fähig zu sein, den Guru zu sehen – seinen Darshan zu haben –, gewährt einen einzigartigen Vorzug. Die Gesten des Gurus bezaubern das Gemüt des Schülers in einem solchen Ausmaß, dass er bereit ist, sich für einen flüchtigen Blick auf sie zu opfern. Majnun erschien Laila als die schönste Frau auf der Erde.

Maulana Rumi sagt:

Ein Ergebener bewegt sich um seinen Guru mit so viel Ehrfurcht und Liebe, wie ein Pilger, der um eine Moschee geht. Seine Moschee ist der lebende Körper seines Meisters. Er verehrt nicht die Toten oder die Idole, sondern er verehrt ein lebendiges Wesen. Er ist der Begleiter seines Meisters, weil er zu allen Zeiten nach Seinem Darshan dürstet (seinen Meister zu sehen), und sich, wie ein Kompass, um das Zentrum seines Meister bewegt.

Maulana Rumi stellt weiter fest:

Selbst die Kaaba bewegt sich um Ihn (den Meister). O Gott! Was ist das für ein Meister, dass selbst die höchsten Orte der Anbetung unbedeutend vor Ihm sind.

Hafiz sagt:

Diejenigen, welche mit der Liebe zu ihrem Meister erfüllt sind, gehen zu Ihm mit so viel Liebe und Respekt, wie diejenigen, welche auf eine Pilgerfahrt zur Kaaba gehen.

Er fährt fort:

Ich bin äußerst verliebt in meinen Guru. Was habe ich mit Religion oder Bigotterie zu tun? Ich bin ruhelos im Schmerz der Trennung von Ihm, so sehr, dass ich alles Bewusstsein der Vereinigung oder Trennung verloren habe. Die Augenbrauen meines Geliebten (Meisters) sind für mich wie der Mihrab der Kaaba. Warum sollte ich mir über etwas anderes Gedanken machen? Ein Ergebener betrachtet auf der Welt nichts gleich seinem Guru. Die schönen Gärten im Paradies und der Tooba (ein lebensspendender Baum im Himmel), die Paläste der schönen Jungfrauen dort, können nicht einmal an ein Staubpartikel von der Spur des Meisters herankommen. Der Hof des Meisters ist ein Schatz, der den ganzen Reichtum der Welt wert ist, und der Ergebene kann es nicht unterlassen, die Erde an der Tür Seines Hauses zu küssen.

Bhai Nand Lal schrieb:

Für einen treuen Ergebenen ist sein Guru seine Welt, und er ist vereint mit Ihm. Beide Welten (diese und die eine jenseits) sind ein zu kleiner Preis, der für nur ein Haar des Meisters zu zahlen wäre.

Bhai Nand Lal sagt auch:

O mein Meister, sogar die Könige der Welt können nicht einem Bettler an Deiner Tür gleichkommen!

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Fußnote: