Kapitel XIII

Pseudo-Meister oder falsche und Hochstapler-Meister

Ein Pseudo-Meister ist ein nicht-praktischer und nicht-erfahrener Meister, der sogar über sich selbst in Unwissenheit ist, aber immer bereit ist, andere zu beraten.

Von solchen Personen wird gesagt:

Blinde Meister und blinde Schüler, der eine führt den anderen in die Hölle. 

Wenn man solch einer gefährlichen Person folgt, dann gilt die folgende Aussage für ihn: 

O Brahmane, du wirst dich selbst ertränken, und deine Anhänger werden mit dir ertränkt werden. 

Man kann einen Strom nicht überqueren, indem man den Schwanz eines Schafes ergreift. 

Vielmehr:

Indem man ihn ergreift, ist man immer im Zweifel. 

Bhai Gurdas, Var

Aber man kann einen Strom überqueren, indem man den Schwanz einer Kuh ergreift. 

Die Welt ist voll von den sogenannten Meistern. Sie sind auf Schritt und Tritt anzutreffen. Es gibt mehr Meister als Schüler. Es passiert oft, dass, wenn Wahrheitssucher wünschen, einen Guru zu treffen, sie diese selbst-ernannten Meister aufsuchen und ihnen mit Vertrauen dienen. Aber wenn sie, während sie in ihrer Nähe leben, herausfinden, dass der Meister auch im Gemüt und den Sinnen verstrickt ist wie die anderen und sich nach Reichtum sehnt, entscheiden sie, ihn nicht als einen Meister zu haben und beginnen recht häufig eine Bewegung gegen die Institution der Meisterschaft selbst. Sie gehen sogar so weit zu sagen, dass die Erwähnung, die von einem Meister in den Schriften gemacht wurde, nur zu der Zeit gültig war, wo sie gemacht wurde und nicht für alle Zeiten; dass es heutzutage keine Notwendigkeit für einen Meister gibt, und dass die Schriften dem gleichen Zweck dienen können wie ein Vollendeter Meister.

Das Ergebnis ist, dass nicht der Lebende Meister verehrt wird, sondern anstelle dessen die Sitte der Verehrung der Toten in Mode gekommen ist. Es wird kein Lebender Heiliger oder Mahatma respektiert, sondern stattdessen werden die Häuser mit Bildern von toten Sehern und Heiligen verziert. Die echten Rosen werden nicht gerochen, aber Papierblumen sind zur Mode des Tages geworden.

Niemand studiert das Buch seines eigenen Selbst, sondern studiert anstelle dessen Papierbücher. Niemand sucht einen Lebenden Heiligen. Stattdessen werden weltliche Zeitungen, Monatszeitschriften und Traktate gemacht, um den Zweck zu erfüllen.

Die Unwissenden denken, dass der Meister ein gelehrter Mann sein sollte, Welcher Reden halten oder Diskurse führen kann. Sie denken, dass Er der Autor einiger Bücher sein sollte, okkulte Kräfte für die Gewährung von Wohltaten oder das Ausstoßen von Flüchen besitzen sollte; in der Lage sein sollte, die Gedanken anderer zu lesen und Personen um sich sammeln sollte. Wenn dies richtig wäre, dann sollten alle gelehrten Personen Meister sein, aber es ist immer leicht zu sehen, dass gelehrte Personen auch den Launen des Gemütes und der Sinne unterliegen, wie andere.

Der Zustand dieser theoretischen Denker ist ähnlich dem von einem Esel, welcher eine Ladung Bücher oder ein Bündel Sandelholz trägt, aber nichts von dem Wissen in den Büchern oder dem Duft des Sandelholzes weiß. Wenn Personen mit okkulten Kräften Meister sind, dann sind auch die Hypnotiseure und Zauberer, die über die Straßen wandern, um Geld zu verdienen, auch Meister.

Der wirkliche Meister kennt die Essenz der Spiritualität und obwohl Er verschiedene Kräfte besitzt, nutzt Er sie nicht zum Zwecke der Show. Es kam vor, dass, weil die Zahl der Hochstapler sehr hoch ist, die Wahren und Wirklichen Heiligen auch sehr häufig als Hochstapler betrachtet werden. Als Folge davon glauben manche Leute nicht an Sie. Einer, der von einer Schlange gebissen wurde, ist geneigt, Angst vor einem Seil zu haben. Nachdem man einmal von einem Pseudo-Meister getäuscht wurde, zögern die Menschen manchmal, an einen wirklichen Meister zu glauben. Aufgrund unserer schmerzhaften Erfahrungen mit Hochstaplern, sind wir extrem vorsichtig geworden.

Es ist sehr schwierig für einen Sucher, einen Vollendeten Meister zu finden und Ihn zu erkennen. Einer, der mit einem Pfad nicht vertraut ist, kann sich der Zeichen auf dem Weg nicht sicher sein.

Es ist ein Fehler, einen Meister zu testen, aber es besteht auch ein Risiko darin, einen Meister blind zu akzeptieren, da ein unvollkommener Meister einen nicht zur Erlösung führen kann.

Durch einen unvollkommenen Meister kann keine Befreiung erlangt werden.

Ramkali M1, 932-11

Ein Meister zu sein, ist nicht vergleichbar mit der Ausübung eines Berufes. Es ist ein Geschenk des Herrn. Aber die Hochstapler und Heuchler haben sein Ansehen herabgesetzt.

Etwas wird in das Ohr geflüstert, und der Brahmane wird ein Meister!

Asa M1, 471-4

Von welchem Nutzen ist ein Meister, der unsere Zweifel nicht beseitigen kann? Er wird ertränkt werden, und diejenigen, die ihn begleiten, werden auch ertränkt werden.

O Kabir, rasiere den Kopf des selbsternannten Meisters wie den eines Ausgestoßenen, denn er kann Zweifel nicht zerstreuen. Solche Meister sind in den Veden verloren. Sie ertränken auch ihre Schüler.

Kabir, Shalok 1370-1

Sie sind in schriftgemäßer Gelehrsamkeit ertrunken, und so werden ihre Schüler ertränkt werden. Er, der den Ozean des Universums selbst nicht überquert hat, kann nicht andere hinüberbringen.

Er, der selbst versinkt, kann andere nicht erretten. O Nanak, er, der von Liebe erfüllt ist, wird gerettet und rettet andere.

Maru M5, 1101-7

Wenn ein sogenannter Meister selbst blind ist, wie kann er seine Schüler retten?

Wenn der Meister blind ist, stolpert der Schüler auch blind umher.

Sri Rag M1, 58-3

Guru Amar Das Ji sagt, dass einer, der den Inneren Pfad nicht kennt und dessen Inneres Auge nicht geöffnet wurde, nicht jenseits dieser groben Welt sehen kann. Wie kann er dann andere auf diesem Pfad führen?

Wenn der Meister unwissend und blind ist, wie kann der Schüler den Weg finden?

Gujri M3, 491-11

Solch ein sogenannter Meister wird selbst von den fünf Banditen der Lust, Zorn, Gier, Verhaftung und Egoismus ausgeraubt. Er ist unwissend und kann den Spirituellen Pfad nicht erkennen.

Wenn ein blinder Mann führt, wie kann man den Weg kennen? Sein Gemüt ist oberflächlich, und er wird den Weg nicht finden.

Suhi M1, 767-1 

Solch ein Meister erzählt Unwahrheiten, ernährt sich von den Toten, und wird von Maya geplündert. Er ist völlig blind, nicht aus Mangel an Sicht, sondern aus Mangel an Erleuchtung. Solch eine Person wird blind genannt. 

Die wirklich Blinden sind nicht diejenigen, die keine Augen haben zu sehen. O Nanak, die wirklich Blinden sind jene, die den Herrn nicht sehen.

Ramkali Var M3, 945-15

Er, welcher solch eine blinde Person ist und dennoch behauptet, andere zu führen, führt seine Gefährten ohne Zweifel in die Irre. Er wird am Hofe des Herrn nicht geehrt.

Er erzählt Lügen und ernährt sich von den Toten, aber er maßt sich an, andere zu führen; er täuscht sich und betrügt andere. O Nanak, solche sind die Führer von heute.

Majh Var M1, 140-1

Guru Nanak Sahib sagt:

O Nanak, wenn ein blinder Mensch führt, führt er in die Irre; wenn er sich ins Jenseits wagt, scheitert er.

Majh Var M1, 140-14

Nur wer blind ist, wird den Pfad beschreiten, der durch einen solchen Blinden gezeigt wird. Wenn er Augen hat, um die Wahrheit zu sehen, wird er den falschen Pfad nicht beschreiten.

Nur ein blinder Mensch wird dem Pfad folgen, der von einem blinden Menschen gezeigt wurde. O Nanak, ein Mensch mit Augen wird seine Führung verschmähen.

Ramkali Var M3, 954-15

Ein blinder Meister kann Zweifel nicht zerstreuen. Er kennt den richtigen Pfad nicht und geht in die Irre. Er ist voll von dem Gift von Maya und ist durch Maya gebunden. 

Eine blinder Meister kann die Zweifel nicht zerstreuen. Er gibt die Wirklichkeit auf und geht in die Irre. Er ist so von dem Gift von Maya durchtränkt, dass das Gift ihn erfüllt. 

Gauri M3, 232-1

Wenn ein Meister blind ist, bleiben seine Schüler auch in der Dunkelheit. Sie folgen ihrem eigenen Willen und erzählen Unwahrheiten.

Wenn der Meister blind ist, verrichten seine Schüler dunkle Taten; sie handeln nach ihrem eigenen Willen, und sagen immer Unwahrheiten.

Ramkali Var M3, 951-7

Es ist nicht leicht, ein Wahrer Meister zu sein. Es ist eine Aufgabe von großer Verantwortung. Der Meister hat die Seele des Schülers mit dem Herrn zu vereinen. Dies kann nur von Einem vollbracht werden, Der völlig kompetent ist.

Irgendein anderer fügt sich selbst Leid und Schaden zu. Er geht in die Irre. Dies gilt für alle Betrüger.

O Kabir, der Brahmane ist der Meister der Welt, aber er ist kein Guru für Wahre Ergebene; er verwickelt sich selbst und stirbt in den Studien der Veden.

Kabir, Shalok 1377-7

Es sollte einen Wahren Meister geben, von dem etwas erlangt werden kann, und welcher etwas zu geben hat.

O Farid, finde den Teich, wo du den Schatz erhalten kannst. Was ist der Nutzen vom Suchen in einem seichten Teich? Du wirst deine Hand nur mit Schmutz beschmieren.

Farid, Shalok, 1380-15

Er allein, der Spiritualität praktiziert, hat das Recht, sie zu predigen.

Guru Arjan Sahib sagt:

Erst praktiziere, und dann predige.

Gauri M, 185-7

Nur die Lehre von einem, in dem der Herr lebt, ist von Hilfe.

Er, in welchem der Formlose Eine wohnt, Sein Rat nimmt einen hinüber.

Gauri M5, 269-6

Einer, der mit dem Gift des Gemütes und der Materie und von Reichtum und Frauen gefüllt ist, aber süß zu den Menschen spricht, verdient es, in die Hölle zu gehen.

Er, der Gift in sich hat, aber süß spricht, geht in die Hölle und wird leidgeprüft.

Gauri M3, 194-3

Der Charakter einer solchen Person ist gering, und er vollbringt falsche Handlungen. Sein Herz ist ohne Liebe für den Herrn, aber er kann die Leute immer mit klugen Worten und Phrasen erfreuen. Der Herr kennt jedes Herz, und ist nicht zufrieden mit äußeren Formalitäten. Wer selbst nicht praktiziert, aber andere lehrt, wird wieder und wieder geboren.

Sein Reden und Handeln stimmen nicht überein; er hat keine Liebe, sondern nur Lippen-Sympathie: Der Herr weiß alles, und urteilt nicht nach äußeren Erscheinungen. Einer, welcher nicht praktiziert, was er predigt, wird wieder und wieder geboren.

Gauri M5, 269-7

Diejenigen, die nicht praktizieren, sondern nur predigen und sich auf Auseinandersetzungen einlassen, kennen den Shabd oder die wirkliche Substanz nicht.

Diejenigen, die predigen, aber nicht praktizieren, kennen den Shabd nicht.

Asa M5, 380-2

Es ist daher notwendig, dass man zuerst sein Gemüt reinigen sollte, Ram Naam in seinem Herzen einziehen lässt, und dann andere instruiert.

Er sollte zuerst sein eigenes Gemüt erleuchten, und sollte dann versuchen, andere zu überzeugen. Sein Gemüt sollte zuerst den Namen des Herrn wiederholen, und dann möge er andere instruieren.

Asa M5, 381-12

So wie einem Löffel, auch wenn er mit Pudding bestrichen ist, in Unkenntnis über den Geschmack des Puddings bleibt, auf die gleiche Weise sind jene Gurus, welche nicht von Naam durchdrungen sind und Es nicht probiert haben, von geringem Nutzen.

Der Löffel bewegt sich durch das Essen, aber er kennt nicht den Geschmack davon. O Nanak, suche diejenigen auf, welche von der Essenz des Herrn durchdrungen sind.

Gujri Var M5, 521-5

Es ist nutzlos für diejenigen, welche kein Vertrauen in ihrem Gemüt haben, zu meditieren und zu kontemplieren.

Diejenigen, die ihr eigenes Gemüt nicht kennen, o Nanak, wie können sie Wissen vermitteln?

Sorath Var M4, 647-3

Jene, die Täuschung in ihren Herzen haben, aber erhaben reden, rühren nur Wasser; keine Butter oder irgendeine andere gute Sache kommt daraus hervor. Von Maya getäuscht werden solche Menschen in die Irre geführt. Welch nützlichen Ratschlag können Sie geben?

Sie haben Betrug in ihrem Herzen, aber sie äußern Worte der Weisheit. Sie erzählen Lügen und schlagen nichts als Wasser.

Kabir, Sorath 656-2

Diejenigen, welche voller Gift und Zweifel sind, wie können sie andere führen?

Ramkali M3, 909-18

Sitze in der Gesellschaft von einer Person, welche mit dem Göttlichen Nektar gefüllt ist. Wenn ein Meister etwas zu geben hat, wird sein Diener es erhalten; aber wenn er nichts zu geben hat, kann der Diener unmöglich etwas erhalten. Wenn der Meister nackt und hungrig ist, wie kann sein Diener gut gekleidet und gut genährt sein? Wenn einer, während er einem Meister dient, immer noch gegenüber dem Herrn des Todes rechenschaftspflichtig ist, ist sein Dienst eine Quelle des Leidens. Wir sollten einem Meister dienen, Welcher Gott-personifiziert ist und Dessen Anblick fruchtvoll ist, so dass einer nicht aufgefordert wird, vor dem Herrn des Todes Rechenschaft abzulegen.

Guru Ram Das Ji sagt:

Er, dessen Meister nackt und hungrig ist, kann keine sättigende Mahlzeit haben. Nur das, was der Meister hat, kann der Diener haben. Ein Diener kann nicht das haben, was der Meister nicht hat. Einem Meister zu dienen und immer noch dem Tode gegenüber rechenschaftspflichtig zu sein, ist von keinem Nutzen. O Nanak, diene dem Gott-gleichen Meister. Ihn zu sehen, ist fruchtvoll; es können 110 Tage der Abrechnung für Seinen Diener sein. 

Gauri Var M4, 306-12

Die Welt ist voll von falschen Meistern. Der Wahre Meister ist Der, Welcher von Shabd durchdrungen ist und Welcher Ihn praktiziert, und die Schüler mit dem Shabd verbindet. Der, welcher einem Meister der anderen Art dient, ist in Maya verstrickt. Sein Leben als Mensch, welches eine seltene Gelegenheit ist, wird verschwendet. Die Gurus sagen, „Verzögere es nicht, einen solchen Meister aufzugeben.“

Verzögere es nicht, einen falschen Meister aufzugeben, denn mit ihm wirst du umherwandern und den Shabd nicht finden.

Angesichts solch erbärmlicher Bedingungen reden die Menschen schlecht von der Guruschaft und kritisieren selbst die Wahren Heiligen Männer und Sants. Sie sind so sehr von ihnen empört, dass sie zögern, sogar zu Wahren Heiligen zu gehen. Selbst wenn sie gehen, betrachten sie Sie mit getrübter Sicht und formen sich falsche Vorstellungen von Ihnen.

Der Herr, der Sant, und die Gemeinschaft mit den Sants sind die drei Grundprinzipien der Spiritualität. Einer kann keine Erlösung erlangen ohne einen Sant und Seine Gemeinschaft. Wenn wir einem Heiligen Mann sehr nahe stehen, wird die Strahlung Seiner Heiligkeit und Vollkommenheit beginnen, in uns zu leuchten und all unsere Zweifel werden beseitigt sein. Wahre Heiligkeit kann nie verborgen bleiben. Eines Vollendeten Meisters süße Worte und Spirituelle Kraft wird uns zwangsläufig beeinflussen, und wir werden beginnen, den Meister zu verstehen, wie Er wirklich ist.

Die Hochstapler sind so zahlreich in der Welt, dass viele Leute denken, es gäbe keinen Wahren Meister, und dass, wenn es Einen gibt, es sehr schwierig ist, Ihn zu finden. Als Folge sitzen sie resigniert und glauben hilflos zu sein. Aber wenn einer wirklich einen aufrichtigen Wunsch hat, einen Meister zu treffen, wird der Herr Selbst ein Treffen arrangieren. Der Wahre Meister wird von selbst kommen. Das ist das Gesetz des Herrn.

Klopfet an, so wird aufgetan. Bittet und es wird euch gegeben.

Der Guru erscheint, wenn der Chela, Schüler, bereit ist. In der Tat, der Wahre Meister selbst sucht sich einen Schüler.

Die Gurus sagen:

Der barmherzige Herr hat also geboten: Was auch immer das Kind erbittet, lass es bereitgestellt sein.

Malhar M5, 1286-1215

Es gibt keine Verzögerung in der Erscheinung des Meisters. Die Verzögerung liegt in unserer Ernsthaftigkeit und unserem Suchen. Wenn wir etwas benötigen, werden wir auf die Suche danach gehen trotz aller Enttäuschungen. Wenn Diamanten und Rubine mit Steinen vermischt sind, sollten wir sie nicht wegwerfen, nur weil es schwierig ist, die Juwelen von den Steinen zu trennen.

Zuerst muss es die Qualen der Trennung geben, und dann wird der Herr Selbst die Begegnung mit dem Wahren Meister herbeiführen.

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Fußnote: