Veranschaulichung zu
'Paradigma des Anul Vogels'

Anul Vogel: Mythologischer Vogel. Beispiele und Geschichten wie diese werden erzählt, um einen menschlichen, psychologischen Punkt zu illustrieren und sind nicht im wissenschaftlich-biologischen Sinne, sondern als Parabeln zu verstehen. Kirpal Singh schreibt im Jap Ji, dass der Meister häufig Gebrauch von solchen Ideen und Lehrsätzen der alten Hindu-Überlieferungen macht; aber dass Er auf sie nicht im Geist einer wissenschaftlichen Wahrheit verweist, sondern oft als ein Göttlicher Poet, der Anlehnungen und Mythologie verwendet, um die Sache auf den Punkt zu bringen.

Kirpal Singh sagte des Öfteren:

Diese Welt ist nicht euer Zuhause.

Sach Khand – Sat Lok: Die Region der Wahrheit; die fünfte Innere Ebene, die erste vollständig Spirituelle Ebene und der Sitz des Sat Purush. Dies ist die Stufe, zu der Vollendete Meister Ihre Schüler mitnehmen; Sat Purush Selbst führt sie dann weiter zum Absoluten. Guru Nanak bezeichnete diese Ebene als Sach Khand; die Sufi-Meister als Mukam-i-Haq – der Sitz der Wahrheit. Es ist die Stätte der Heiligen. Die erste sichere Ebene für die Seele, der Tropfen ist zurück im Ozean.

Wenn die Seele von Sach Khand aus weiter aufsteigt nach Alakh, Agam und Anami, ist das ein stufenweises Eintauchen ins Absolute. Daher werden die Offenbarungen von Licht und Ton in Alakh und Agam geringer; in Anami schließlich gibt es weder Licht noch Ton, weder Dunkelheit noch Stille.

Kashi: Auch Benares genannt; die heiligste aller Hindu-Städte und die lebenslange Heimat von Kabir. Es wurde weithin geglaubt, dass jeder, der in Kashi stirbt, befreit sein würde; infolgedessen versuchen strenggläubige Hindus aus der ganzen Welt, Kashi während ihrer letzten Krankheit zu erreichen. Es wird gesagt, dass Kabir, um die Absurdität solcher Glaubensauffassungen aufzudecken, absichtlich Kashi verließ, bevor Er starb, und nach Magahar ging, von dem weithin geglaubt wurde, dass jeder, der dort stirbt, in die Hölle geht.

Hölle: In der Terminologie der Meister kann sich 'Hölle' sowohl auf eine besonders schwierige Geburt auf der Erde beziehen, als auch auf das Rad der Geburten und Tode allgemein oder auf bestimmte Stufen auf der Astralebene, auf denen besonders schweres Karma ausgetragen wird. In keinem Fall ist dies ewig oder dauerhaft; und wenn das Karma abgetragen ist, ist die Jiva frei, es noch einmal zu versuchen. Entkommen kann sie dem immer neuen Auf und Ab des Kreislaufs der Geburten jedoch nur, wenn sie nicht nur als Mensch verkörpert ist, sondern auch Naam erhält. 

(Siehe 'Das Rad des Lebens' und 'Das Mysterium des Todes', von Kirpal Singh, 1894–1974.)

Yama: Der Todesgott; eine andere Funktion von Kal. 

Dharam Rai: Der Herr der Gerechtigkeit oder des Gesetzes; ein anderer Name für Kal, welcher im Anurag Sagar häufig benutzt wird. 

Simran: Erinnerung, Gedenken; in den Schriften der Meister bezieht sich dieser Ausdruck auf das Gedenken an Gott durch die Wiederholung der fünf grundlegenden Namen, wie sie vom Meister zur Zeit der Initiation gegeben werden. Diese Wiederholung wird ohne Zunge ausgeübt – das heißt mental – und ist eine der drei grundlegenden Meditationspraktiken des Surat Shabd Yoga. Es bedeutet auch, zu allen Zeiten, also auch wenn man nicht in Meditation sitzt, in einem Zustand der Erinnerung zu verbleiben, und ist ein Schutz gegen Kal.

Wie Shabd erkannt werden kann: Die erste Hälfte zeigt die esoterische Identifikation des Naam – das heißt Namens – Gottes mit Shabd auf; die zweite Hälfte sagt, dass die Befähigung, den Shabd zu erkennen – das heißt, den Tonstrom zu hören und von Ihm nach oben gezogen zu werden – von der Erfüllung des Simrans abhängt. Dies weist auf die Art und Weise hin, in welcher die Spirituellen Praktiken des Surat Shabd Yoga (Surat = Aufmerksamkeit, Shabd = Tonstrom, Yoga = Einheit, Vereinigung) eine zu der anderen führen.

Japa: Wiederholung eines Mantras, was es vom Simran unterscheidet. 

Mit der unwiederholbaren Wiedergabe: Ajapa Jap; im Sant Mat oft verwendet, um auf die Praxis des Lauschens auf den Tonstrom oder Shabd hinzuweisen. Hierbei hört man den Ton zunächst von rechts, weil man noch die Eigenschaft des Hörens hat – man ist daran gewöhnt, zu hören. In dem Maße, wie diese Eigenschaft verschwindet, nimmt man den Ton als von oben kommend wahr.

Den unendlich-blättrigen Lotos: Gemeint ist der tausend-blättrige Lotos in Sahasdal Kanwal, der obersten Astralebene. Von diesem pyramidenartigen Gebilde mit seinen tausend Lichtern und seiner zentralen Flamme gehen die pranischen Ströme aus, welche in den darunterliegenden Ebenen als die grundlegenden Energien für physikalische, motorische und metabolische Prozesse dienen.

Die Leuchtende Form des Adepten der Mystik offenbart nun dem Blick des Aspiranten die höchsten Gebiete der Astralebene; und in der Gemeinschaft des Adepten der Mystik gelangt er in die Region von Sahasdal Kanwal, dem tausend-blättrigen Lotos aus kosmischer Energie. Von dieser Kraftquelle werden alle Angelegenheiten des physischen Universums und der astralen Ebenen gesteuert.

Diese Blätter werden durch die Mystiker erwähnt als eintausend Augen und Ohren von Gott.

Eintausend Augen hast Du und eintausend Gesichter; doch bist Du Einer.

Guru Nanak

Die Reise der Seele – Teil II,
Der Weg durch die Astralreiche

Es ist wichtig, zu verstehen, dass alle einander ähnlichen Gedanken, welche Menschen haben, sich zusammenballen und hoch nach Sahasdal Kanwal steigen. Von dort drücken sie in Form entsprechender Rückwirkungen wieder herunter auf die physische Ebene. Dies kann dann je nach Art der Gedanken und ihrer Rückwirkungen zu kollektivem Segen, wie zum Beispiel zum Aufstieg einer Nation, allgemeinem Wohlstand, Frieden, aber auch zu Naturkatastrophen, Kriegen usw. führen. Wohin das kollektive Karma einer Nation tendiert, ist anhand der vorherrschenden öffentlichen Meinung zu erkennen.

Kirpal Singh sagte hierzu: 

[…] Jeder Gedanke hat seine eigene Wirkung, seinen eigenen Geruch, seine eigene Farbe, bedenkt das. Ich sage euch, diejenigen, die lüsterne Gedanken haben, der Geruch ihres Körpers wird derart sein, dass, auch wenn der Körper jeden Morgen gereinigt wird, sie diesen schlechten Geruch dort wieder feststellen. [An anderer Stelle erklärte Kirpal, dass Menschen mit lüsternen Gedanken wie 1 Lakh = 100 000 Schafe riechen; Anm. d. Hrsg.] Was folgt, wenn ihr Ärger empfindet und aufgebracht seid oder immer etwas gegen jemanden habt? Das wirkt sich auf euren Körper aus. Ihr werdet dort einen schlechten Geruch feststellen, gleich dem Geruch von einem brennenden Lappen. Wenn ihr beim Essen sehr gierig seid, zu unersättlich, wird der Geruch eures Körpers wie der schlechte Geruch eines Fisches sein. Es gibt also verschiedene Gerüche.

Wenn eure Herzen rein sind; wenn nur gute Gedanken in euch aufkommen, euch in den Sinn kommen; wenn ihr Liebe, Gedanken der Liebe, spirituell hohe Gedanken und Liebe für Gott habt, dann wird der Geruch eures Körpers wie der von Jasmin sein.

Die Wahre Lebensweise / What is True Living –
Vortrag vom 11. Dezember 1963
,
von Kirpal Singh, 1894–1974

(Siehe hierzu die Broschüre 'Die Wahre Lebensweise', von Kirpal Singh, 1894–1974.)

Die Farbe der Liebe ist blau; gelb, weiß und gold sind Spirituelle Farben. Der Innere Meister erscheint immer in goldenem Licht.

Annie Besant schreibt zu diesem Thema:

Annie Besant […] Der Astralkörper eines Menschen, dessen Gedanken niedrig und tierisch sind, ist grob, dick, dicht und dunkel von Farbe – oft so dicht, dass die Umrisse des physischen Körpers darin verloren gehen; während derjenige eines fortgeschrittenen Menschen fein, klar, leuchtend und hell von Farbe ist – ein wirklich schönes Objekt. In einem solchen Fall wurden die niederen Leidenschaften beherrscht und die aussondernde Wirksamkeit des Gemüts hat die astrale Masse verfeinert. Durch edles Denken reinigen wir also den Astralkörper, auch wenn wir nicht bewusst auf dieses Ziel hingearbeitet haben. Und es sei daran erinnert, dass dieses innere Arbeiten einen mächtigen Einfluss auf die Gedanken ausübt, die von außen von dem Astralkörper angezogen werden; ein Körper, der von seinem Eigentümer so gestaltet wurde, dass er gewohnheitsgemäß auf üble Gedanken reagiert, wirkt wie ein Magnet auf ähnliche Gedankenformen in der Nähe, wohingegen ein reiner Astralkörper auf solche Gedanken eine abstoßende Wirkung ausübt und solche Gedankenformen anzieht, die aus Substanzen, wie die seinigen, zusammengesetzt sind.

Wenn ein Mensch beginnt, sich zu entwickeln und zu verfeinern, kann es sein, dass er bereits beginnt, im Astralkörper bewusst und nutzbringend zu arbeiten, ohne sich in seinem gewöhnlichen Tagesbewusstsein daran erinnern zu können.

[…] Aber wenn ein Mensch beobachtet wird, der viel weiter entwickelt ist, sagen wir einen solchen, der gewohnt ist, in der astralen Welt tätig zu sein und den astralen Körper zu diesem Zweck zu gebrauchen, so wird man sehen, dass, wenn der physische Körper in Schlaf fällt und der Astralkörper aus ihm herausschlüpft, wir den Menschen selbst in vollem Bewusstsein vor uns haben […].

Sie erklärt des Weiteren, dass der physische Körper eines solchen Menschen noch zu grob sein kann, als dass es dem Astralkörper möglich wäre, dem physischen Gehirn die Kenntnisse und Erfahrungen, die er während seines Aufenthalts in der Astralwelt bei 'vollem Bewusstsein' erhalten hat, mitzuteilen. Das physische Bewusstsein wird demzufolge, nachdem der physische Körper wieder erwacht ist, keinerlei Erinnerung an die Erfahrungen des Astralkörpers haben.

Hieraus lässt sich erklären,

[…] dass Menschen, die tatsächlichen und selbst schnellen Fortschritt in der Spiritualität machen, häufig sehr aktiv und nutzbringend in der astralen Welt tätig sind, ohne dem Gehirn die leiseste Erinnerung von dem Wirken, an dem sie beteiligt waren, einprägen zu können […].

Es ist jedoch auch möglich, dass der Astralkörper bei seiner Rückkehr zum physischen Körper, einen 'augenblicklichen Eindruck auf den ätherischen und den dichten Körper machen' kann. Annie Besant erklärt, dass in diesem Fall, wenn der physische Körper wieder erwacht, eine 'lebhafte Erinnerung an eine Erfahrung in der astralen Welt' vorhanden ist.

[…] aber die Erinnerung verschwindet rasch und weigert sich, wieder zurückgerufen zu werden, jede Bemühung macht den Erfolg unmöglicher, da jede Bemühung starke Vibrationen im physischen Gehirn erzeugt, und die feineren Vibrationen des Astralen nur noch mehr übermannt. […]

 

Alle Übersetzungen aus:
Man and His Bodies – by Annie Besant,
The Astral or Desire Body,
(Theosophical Manual No. VII)
Anand Gholap Theosophical Institute, 2009

Kirpal Singh sagte einmal sinngemäß zu Seinen Schülern: 

Ihr seid Teil des Großen Mysteriums. Wenn ihr euch ändert, ist das Ganze verändert. Wenn ihr euch selbst reformiert, ist die Welt reformiert.

Agochar: Nicht wahrnehmbar und unergründlich. Eine andere Beschreibung für Anami.

Adi Purush: Ursprüngliche Person; ein anderer Name für Sat Purush. 

Sohang: Ich und mein Vater sind Eins. – Dies ist, was die Jiva wirklich ist. 

Kirpal Singh sagte, dass wenn die Seele Sohang erreicht, sie alle liebt, und alle Probleme zu Ende sind

Karma: Das Gesetz von Aktion und Reaktion, basierend auf Begierde und Ichheit, welches beständiges Wandern im Rad der Geburten und Tode – Seelenwanderung – durch die drei von Kal regierten Welten – physisch, astral, kausal – bewirkt und das Schicksal oder die Bestimmung jedes Lebens regelt. Handlungen, welche in einem Leben begangen werden, ob in Gedanken, Worten oder Taten, formen die Grundlage der Karmas nachfolgender Leben.

Dieses Gesetz wurde auch von Jesus gelehrt und war den ersten Christen bekannt. 

So schrieb Paulus:

Denn jeder wird seine eigene Bürde zu tragen haben. […] Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.

Galater 6:5,7

Für weitergehende Informationen siehe 'Das Mysterium des Todes' und 'Das Rad des Lebens', von Kirpal Singh (1894–1974).