Veranschaulichung zu
'Die Erzählung von Königin Indra Mati'

Kam ich in ihr Haus: Karunamai betrat ihr Inneres Selbst. (Siehe hierzu auch den Unterpunkt 'Ich ging in den Palast' in der Veranschaulichung zu 'Die Schilderung über Mandodari'.)

Sie gab mir einen Thron: Der Innere Thron, auf dem Gott sitzt. Hiermit ist das Herz gemeint, wie es in der Terminologie der Heiligen verwendet wird. Die Heiligen verwenden den Begriff Herz für den Sitz der Seele – es ist also nicht das Herz-Chakra oder das physische Herz gemeint, das der Sitz des aktiven Gemütes ist.

Kirpal Singh sagte hierzu Folgendes:

[…] So sagen alle Meister,

Das Herz wurde euch als ein Heiliges Treuhandverhältnis gegeben. Veruntreut es nicht. Es ist für Gott gedacht; lasst nur Gott und nichts anderes auf diesem Thron sitzen.

Übersetzung aus:
Satsang – Separation,
von Kirpal Singh, 1894–1974

Wenn der Herr auf dem vorbereiteten Thron sitzt, geht die Seele in Ihn über und die beiden werden Eins.

Übersetzung aus:
Satsang – No Love without Fear,
von Kirpal Singh, 1894–1974

Und sie wusch meine Füße:

Kirpal Singh sagte hierzu:

[…] Einmal erzählte ich Ihm, dass es in den alten Zeiten Systeme gab, seht ihr, die Meister wuschen Ihre Füße und gaben Ihren Anhängern dann das Wasser, Wasser geheiligt durch diese Aufladung. Dann kamen die Zeiten, als sie vor des Meisters Angesicht sitzen und in Seine Augen schauen mussten … Die Seele spricht durch die Augen – auf diese Weise empfingen sie die Aufladung. Dann kam die Zeit, in der die Meister etwas anfertigten, einige Seiden oder etwas dergleichen, und das Erzeugnis aufluden – 'In Ordnung, hier habt ihr es.' Dann wiederum kam die Zeit, in der sie es gewohnt waren, sich zu verbeugen und die Füße des Meisters zu berühren.

Und unser Meister sagte für gewöhnlich:

Nun, was liegt dort unten, ich bin hier. Auf was seid ihr aus? Ich bin hier, durch die Augen.

Jetzt sage ich:

Nun, in Ordnung, die Hände zu falten, ist ausreichend.

Die Hände zu falten bedeutet, dass ihr in die Augen schaut. Warum hinuntergehen? […]

Herz zu Herz Gespräche Band 1 (Übersetzung aus der
englischsprachigen Erstedition, 1975) –
XXIV. Morgen-Darshan 1970 / 10. Dezember,
von Kirpal Singh, 1894–1974

Parshad: Jede Gabe, oft Essen, welche von einem Meister oder Heiligen gereicht wird, trägt Seine Ladung und wird Parshad genannt; doch die höchste Art von Parshad sind die Überreste von des Meisters – oder Heiligen – Tafel oder jedes Nahrungsmittel, welches von Ihm berührt oder auch nur angeschaut wurde. 

Dieselbe Verehrung wird Charan Amrit oder dem Trinken des Waschwassers von des Meisters Füßen, wie oben beschrieben, entgegengebracht. Beide Praktiken werden von den Hindus als schmutzig und erniedrigend betrachtet, und so zeigt ihre Bereitschaft, diese Tabus zu brechen, ihre Verehrung für den Meister.

Beide Praktiken werden auch in den biblischen Evangelien erwähnt: Jesus gab Parshad, als Er mit Seinen Jüngern beim letzten Abendmahl saß (Markus 14:22-24); Charan Amrit entspricht der Praxis, die Füße des Meisters zu küssen und zu waschen, wie in Lukas 7:37-50 und Johannes 12:3-8 beschrieben.

Im 21. Jahrhundert geben Heilige Parshad, aber Sie sind nicht daran interessiert, dass Ihre Schüler Ihre Füße waschen und das Wasser trinken.

In dem Maße, wie Menschen Wahres Parshad erhalten, aber dieses nicht dazu verwenden, um ihre Unzulänglichkeiten zu überwinden, sondern es nur als materiellen Nutzen oder als Annehmlichkeit betrachten, verlieren sie entsprechend den Inneren Segen. Seit Kirpal Singhs Verkörperung bis heute – 2014 – tritt dies verstärkt auf.

Mein Körper ist anders: Eine der Implikationen von Gyans Versprechen gegenüber Kal, Sich in den ersten drei Yugas nicht vollständig zu manifestieren, ist, dass Er nicht verpflichtet war, einen von Kals Körpern zu bewohnen. Somit unterlag Sein Körper nicht den gleichen Bedürfnissen wie die physischen Körper anderer Menschen. Im Kali Yuga hingegen nahm Kabir Geburt in einem physischen Körper.

Prakritis: Die Prakritis – Grundeigenschaften der Materie – sind subtile Formen in variierenden Anteilsgraden der Elemente. Es gibt 25 Prakritis – fünf pro Element.  

Diese sind:

1) Äther – Wünsche, Wut, Schüchternheit, Angst, Verliebtheit.

2) Luft – Rennen, Laufen, Riechen; zusammenziehend, erweiternd.

3) Feuer – Hunger, Durst, Schlaf; Persönlichkeit; Faulheit.

4) Wasser – Ojaskraft (Vitale Flüssigkeit); Blut, Fett, Urin, Speichel.

5) Erde – Knochen, Muskelfleisch, Haut, Venen, Haar.

Künstliche Wasser und Luft: Der Körper lebt vor allem von Wasser und Luft. Ohne Nahrung kann ein Mensch eine Weile überleben. Ohne Luft erstickt er jedoch innerhalb weniger Minuten qualvoll und ohne Wasser verdurstet er innerhalb von drei bis vier Tagen. Da die Seele im Allgemeinen mit dem Körper identifiziert ist, gehören diese Todesarten zum Qualvollsten, was es gibt. Der Körper sollte also vorrangig mit sauberem Wasser und sauberer Luft versorgt werden.

Ertrinken hingegen lässt einen nicht das Wasser, sondern die eigene Angst. Im Innern kann eine Seele im Ozean des Lebens ertrinken, wenn sie ihn selbst durchschwimmen will, das heißt, aus eigenem Antrieb für die Wahrheit arbeitet und diese damit letztlich beiseiteschiebt. (Siehe den Unterpunkt 'Ohne den Meister wird er den Ozean' in der Veranschaulichung zu 'Die Unentbehrlichkeit des Gurus'.)

Crores: Indische Zahleneinheit. (Siehe die Veranschaulichung 'Crores' im Unterkapitel 'Wie Vishnu sich in schwarz wandelte'.)

Agar Vasna: 'Wohnstätte des Duftes'. Hier verbleiben die Seelen mit dem Wunsch des Allmächtigen. (Siehe im Unterkapitel 'Am Anfang' die Teilüberschrift 'Die Offenbarung der sechzehn Shabdas'.)

Yamraj: Der König des Todes, einer der Aspekte Kals. Diesen Namen trägt er in seiner Funktion als der Herrscher über die vierzehn Yamas (die dunklen Todesengel; siehe den Unterpunkt 'Yam Doot' in dieser Veranschaulichung weiter unten).

So wie es 'vierzehn Juwelen' gibt (siehe den Unterpunkt 'Erstes, zweites und drittes Aufwühlen' in der Veranschaulichung zu 'Die Erschaffung der unteren Welten'), so gibt es auch vierzehn Yamas.

Kal Takshak: Takshak ist ein Schlangenkönig aus der indischen Mythologie; hier wird er mit Kal identifiziert, der zuweilen auch im Innern in der Gestalt einer Schlange erscheint. (Vergleiche auch die Rolle der Schlange in der Bibel.)

Baba Sawan Singh schrieb in einem Brief an einen Schüler: 

Kal Purush nimmt oft die Form von Schlangen usw. an und erscheint in Träumen, verschwindet aber, wenn man die Heiligen Namen wiederholt. […] Es ist unser übles Karma, und es ist das Beste, die Schlange zu vernichten, indem man ihr die Heiligen Namen entgegensetzt.

Brief vom 27. September 1919

Manche Menschen und Kulturen glauben, dass im Traum erscheinende Schlangen Reichtum ankündigen. Doch dies ist nicht der Fall.

Wenn man das astrale Licht verwirklicht hat, erlangt man den Magnetismus und man kann dann der Schlange – dem Gemüt – auf dem Kopf herumtanzen, so wie es Moses tat.

Kirpal Singh erzählte einmal, dass, als Guru Nanak in Meditation unter einem Baum lag, sich eine Kobra vor Ihm aufrichtete, um Sein Gesicht vor der Sonne zu schützen und berichtete weiter:

Wir hatten ein vergleichbares Ereignis in unseren Satsangtreffen in Delhi. Ungefähr 2000 Menschen saßen hier; und während ich einen Vortrag hielt, tauchte eine Kobra auf, eine kleine Kobra, und stand genau so (der Meister demonstriert es) an der Plattform vor euch. Und die Leute sagten:

Hier kommt eine Kobra!

Ich sagte,

Das macht nichts; macht weiter. Lasst sie kommen und hier stehen.

Und sie – diese Kobra – stand für eine ganze Stunde, den Vortrag hörend, der vor sich ging, mich anschauend. Als der Vortrag vorbei war, schlich sie davon und die Leute sagten:

Lasst uns sie töten.

– Warum? Sie hat euch nichts getan. Warum sie töten?

So, dies ist alles gedacht, um zu sagen, wenn ihr Liebe für alle habt, werden euch selbst die Schlangen kein Leid zufügen. Wir haben ein Sprichwort: 'Seid klug wie die Schlangen.' Schlangen sind sehr klug, beachtet das. Sie fangen sofort die Ausstrahlung auf, welche Gedanken von euch ausgestrahlt werden. Wenn ihr eine Schlange seht und denkt 'O, tötet sie!', geht eben jener Gedanke hinaus und sie schützt sich selbst, indem sie angreift. Wenn ihr keine schlechten Gedanken für irgendjemanden habt, werden sie euch kein Leid zufügen.

Die Wahre Lebensweise / What is True Living –
Vortag vom 11. Dezember 1963,
von Kirpal Singh, 1894–1974

Kirpal Singh sagte sinngemäß:

Wenn ein Mensch alle Liebe hat, kommen selbst die Schlangen und verneigen sich vor ihm.

So berichtete einmal ein Schüler Kirpal Singhs, der von Ihm nach 1974 mit Naam gesegnet wurde, folgende Begebenheit:

Im Innern erlebte er eines Tages, dass Kal Purush in Gestalt einer riesigen grünen Schlange erschien, die langsam in Richtung von Kirpals Sarovar* kroch. Alle anwesenden Initiierten liefen davon, doch er blieb; er hatte keine Angst. Schließlich verneigte sich die Schlange ehrfürchtig vor Kirpals Sarovar. Als der Schüler Kirpal – im Innern – fragte, warum alle anderen davongelaufen seien, sagte Dieser: 'Sie hatten keine Liebe.'

Quelle: Bhai Jamal

* Ein Sarovar ist ein Wasserbecken, welches dem Mansarovar, dem Spirituellen See in Daswan Dwar, nachempfunden ist. Guru Arjan ließ zum Beispiel beim Goldenen Tempel in Amritsar einen solchen Sarovar anlegen, welcher zu des Gurus Zeit ein Ort des Segens war, heute jedoch seine Spirituelle Funktion verloren hat. Kirpal Singh errichtete während Seiner physischen Verkörperung auf Erden einen Sarovar im Manav Kendra (siehe die Erläuterung über 'Manav Kendra' in der Veranschaulichung zu 'Die Geschichte von Dharam Das’ vorangegangen Geburten – Teil II'). Nach Seinem physischen Weggang jedoch trocknete dieser Sarovar aus Mangel an Liebe der dortigen Initiierten aus. Auch in Kirpal Sagar wurde auf Kirpal Singhs Geheiß ein Sarovar angelegt. Heute ist auch dieser – durch das bedauerliche Fehlverhalten der Initiierten – kein Ort besonderen Spirituellen Segens mehr. Siehe hierzu auch die Bücher der Serie 'Die Mission Kirpals': 'Die Erklärung des Para Vidya und dessen Veräußerung' (Band II) und 'Das Wahre Kirpal Sagar' (Band III).

Bis dass dein Schicksal vollendet ist: Niemand kann durch die Wandlung hindurchgehen, die Tod genannt wird, bis sein/ihr Pralabdh Karma oder Schicksal erfüllt ist.

Dem König gedient hatte: Ehelicher Dienst in allen Belangen des Alltags. Wenn die Bedürfnisse des Partners erfüllt sind, ist man frei für die Spirituellen Praktiken. Seinen Verpflichtungen in der Ehe nachzukommen, ist keine Verletzung der Keuschheit und kann den Spirituellen Fortschritt nicht behindern.

Yam Doot: Doot bedeutet Bote. Yam Doot wird üblicherweise mit Todesengel übersetzt, da diese die Boten von Yama, dem Todesgott, sind. Es gibt gute und dunkle Todesengel. Die guten sind zum Beispiel die bereits früher gegangenen Verwandten, welche die Seele freundlich auffordern, mitzukommen. Die dunklen ziehen die Seele ohne Rücksicht aus dem Körper. Beide bringen die Seele vor den Richterstuhl.

Kirpal Singh betonte, dass die Familienangehörigen die Todesengel sind.

Wenn ein Initiierter die Welt verlässt, sollte man zusehen, dass niemand am Fußende seines Bettes steht, da dort der Meister steht und die Seele durch die Augen mitnimmt.

Schaute […] nach den Zeichen: Negative Wesenheiten können die Form des Meisters imitieren, jedoch nicht vollständig – gerade genug, um jemanden zu betrügen, der betrogen werden will.

Wenn Kal jemandem in der Form des Meisters erscheint, ist er daran zu erkennen, dass er eine kleine Stirn und gelbe Augen hat.

Im Buch 'Ein Großer Heiliger – Baba Jaimal Singh' gibt Kirpal Singh ein entsprechendes Erlebnis wieder, das Sein Meister Sawan Singh einmal hatte:

Baba Sawan Singh Ji macht in einem Brief an einen Seiner Schüler die Notwendigkeit eines Lebenden Meisters auf dem mystischen Pfad in der Tat sehr deutlich:
Als ich im Krankenhaus war wegen der Fraktur meines Beines, erschien eines Tages, während ich meditierte, Baba Jis Form vor mir. Baba Ji oder genauer gesagt, was Seine Form zu sein schien, sagte: 'Wenn, im Falle einer Notlage, Fleisch und Alkohol genutzt werden, schadet das nichts.' Aber als ich die Fünf Namen wiederholte, stand er auf und ging fort. Jetzt, da ich Baba Ji im wirklichen Leben gesehen hatte und Ihn visualisieren konnte, fand ich diesen Trick heraus. Doch solche Leute, welche sich auf die alten Meister, Welche vor tausenden von Jahren dahingeschieden sind, konzentrieren, sind wahrscheinlich zu täuschen. Seine – des Heiligen – Augen und Seine Stirn können nicht imitiert werden. Daher benötigt man immer einen lebenden Lehrer für die Schüler, einen lebenden Arzt für die Kranken, einen lebenden Ehemann für die Ehefrau und einen lebenden Führer für die Menschen. Ich erhalte es aufrecht, dass niemand anderes einem Schüler so sehr helfen kann, wie der Lebende Meister.

Ein Großer Heiliger / Baba Jaimal Singh (Übersetzung aus der
englischsprachigen Erstedition, 1960) –

III. / (iii) Der Vollendete Meister,
von Kirpal Singh, 1894 – 1974

Simran: Wenn sie den Simran früher ausgeführt hätte, hätte der Yam Doot sie nicht schlagen können und der Meister hätte es gehört und wäre gekommen. Dies ist einer der Nutzen und eine der Wirkungen des Simrans, den Schüler vor negativen Belästigungen zu beschützen.

Wie bereits früher erwähnt, ruft der von einem Heiligen, Dessen Repräsentanten oder Khalsa erhaltene Simran, aufrichtig ausgeführt, augenblicklich die Meister- oder Christus-Kraft herbei.

Beendete das Thema mit dem komplizierten Kal: Bezahlte ihre ausstehenden karmischen Schulden, sodass sie nach Sach Khand gehen konnte.

Die Seelen kamen und umarmten sie: Die Seelen aus Sach Khand, die kein Verlangen haben, irgendwo anders hinzugehen und immer voller Glückseligkeit zu den Füßen des Sat Purush verharren. (Siehe hierzu den Unterpunkt 'Agar Vasna' in dieser Veranschaulichung weiter oben und den Unterpunkt 'Sein Wunsch ist sehr wohlriechend' in der Veranschaulichung zu 'Am Anfang'.)